Liebe Schwestern und Brüder, hochverehrter Herr Kardinal, liebe Mitbrüder, liebe Kronacher! 1. Es ist eine gute Tradition, dass wir im Erzbistum Bamberg eine eigene Eröffnung der Misereor-Fastenaktion veranstalten. Es ist ein Geschenk, dass Kardinal Phillipe Quedraogo heute bei uns ist und mit uns feiert. Zu seinem Land wird er selbst etwas sagen. Ich durfte es vor ein paar Jahren (2009) bereisen. Es ist ein wunderschönes Land, mit sehr vielen Möglichkeiten zu leben, zu arbeiten, zu feiern und sich zu freuen. Leider Gottes ist es aber auch ein bitterarmes Land. Nicht deshalb, weil es keine Möglichkeiten zum guten Leben gäbe, sondern weil seine Güter ins Ausland transportiert oder erst gar nicht ausgeschöpft werden. Das kann sich ändern und muss sich ändern und wir können unseren Beitrag dazu leisten. Die Misereor-Fastenaktion unter dem Motto „Gute Ideen. Lasst sie wachsen“ will dabei mithelfen und bei ihr wollen wir heute hier in Kronach mitwirken. Für eine gerechte, friedvolle Welt braucht es gute Ideen. Es gibt schon viele, lassen wir sie Wirklichkeit werden.
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Frauen und Ordensfrauen! 1. Der Kunigundentag wird jedes Jahr von den Kongregationen der Ordensfrauen unseres Erzbistums und den Frauen des „Katholischen Deutschen Frauenbundes“ organisiert und veranstaltet. Ein ganz ganz herzliches Vergelt´s Gott dafür! Dieses Jahr sind in besonderer Weise die Ordensfrauen aktiv, im nächsten Jahr wird es dann wieder der KDFB sein. Seien Sie sich bewusst, dass Sie alle, liebe Schwestern, liebe Frauen, die Sie aus der ganzen Diözese hier zusammengekommen sind, mit diesem Tag der hl. Kunigunde Ehre erweisen, Jesus Christus, der Ein und Alles für Kunigunde war, in den Mittelpunkt unseres Lebens rücken und zum Wohl und Heil der Menschen heute und in Zukunft einen wichtigen und großen Beitrag leisten! 2. Die Lesung und das Evangelium des heutigen Tages stehen in der Einheitsübersetzung unter der Überschrift: „Der Grund … der Bund“. Der Zusammenschluss oder Verein der Frauen nennt sich Bund – „Katholischer Deutscher Frauenbund“. Die Kongregationen der Schwestern nennen sich eigentlich auch „Bund“: Congregatio ins Deutsche übersetzt bedeutet „Zusammenschluss, Bund“.
Liebe Schwestern und Brüder! 1. Noch einmal „Herzlich Willkommen“ im Erzbistum Bamberg und hier in Vierzehnheiligen. Die Basilika ist die „schönste Wohnstube“ des lieben Gottes in unserer Erzdiözese. In all ihren Teilen und Details zieht sie zum Himmel. Himmel bezeichnet Gott, der uns in Jesus sein Gesicht, sein Wesen gezeigt hat. Himmel steht zugleich für gutes Leben hier in dieser Weltzeit und in alle Ewigkeit. Zum Himmel zieht der Mittelaltar der Basilika mit den Vierzehn Heiligen. Er ist ein einziger Schwung nach oben über das Jesuskind mit dem roten Kreuz auf der Brust in das Gewölbe hinauf. Auch der Hauptaltar mit dem Bild der Himmelfahrt Mariens ist Schwung zum Himmel. Die ganze Architektur dieser Basilika ist Aufschwingen. Und wenn dann die wunderbare Orgelmusik den Raum erfüllt, wird der Schwung zum Himmel, zu Gott und zum guten Leben wunderbar verstärkt. Das, liebe Schwestern und Brüder, wünsche ich Ihnen auch in diesem Gottesdienst anlässlich der Landesversammlung der KLB Bayern in Vierzehnheiligen. Möge die KLB erneut Schwung bekommen zum Himmel, zu Gott, zu Jesus Christus, zum guten Leben und mögen Sie sich hier auch Ihrer Berufung und Ihrer Aufgabe bewusst werden. Die Katholische Landvolkbewegung soll sich und die Menschen auf dem Land zu Gott und durch Jesus Christus zum Himmel bewegen; sie soll zugleich Gemeinschaft und gutes Leben auf dem Land fördern. Das soll die KLB hier bei uns in Bayern und in Deutschland tun, aber auch weltweit. Land und die Landbevölkerung stützen und fördern, ist derzeit eine große und sehr notwendige Aufgabe. Wir erleben eine Urbanisierung, Landflucht und Verstädterung wie nie zuvor. Das Land wird vernachlässigt und entvölkert. Liebe KLB! Seien Sie sich Ihrer großen Aufgabe bewusst, hier, im Senegal, in Bolivien und in vielen, ja allen Teilen der Welt. Sie sind gefordert, zum Wohl der Landbevölkerung sowie der Stadtbevölkerung, die ohne das Land nicht leben kann, zu wirken.
Liebe Schwestern und Brüder! 1. Der Aschermittwoch der Künstler zeigt, dass die Kirche mit Kultur und Gesellschaft verbunden ist. Sie will an diesem Tag zuerst allen Künstlerinnen und Künstlern in Architektur, Skulptur, Malerei, Literatur, Musik etc. Wertschätzung und Dank aussprechen. Dann soll der Aschermittwoch der Künstler deutlich machen, dass die Kunst in ihrer großen Vielfalt eine wichtige Komponente im gesellschaftlich-politischen Leben ist. Nicht zuletzt ist er auch ein Plädoyer dafür, dass alle Sparten der Kunst in der Gesellschaft präsent und wirksam bleiben sollen, weil nur so eine humane Gesellschaft aufgebaut wird und erhalten bleibt.
Liebe Jubilarinnen mit Ihren Mitschwestern und der Regionaloberin Sr. Juliet, liebe Ordenschristen, Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, liebe Eggolsheimer, Schwestern und Brüder! 1. „Die Schwestern sind immer fröhlich und freundlich“ das wird mir immer wieder bei meinen Besuchen in Altenheimen, in denen unsere indischen Schwestern tätig sind, berichtet, und ich kann es selber wahrnehmen. Natürlich ist auch bei den Ordensschwestern nicht jeder Tag wie der andere, und es gibt heitere und trübe Stunden, auch Krankheit, Leid und Enttäuschungen und damit verbunden Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Aber trotzdem ist und bleibt die Grundstimmung fröhlich und freundlich bei unseren Schwestern. 2. Das ist der Ertrag und die Folge der Ordensgelübde, die Sie, liebe Jubilarinnen, vor 25 Jahren abgelegt haben. Sinn und Inhalt der Profess in einem Orden ist die Ganzhingabe an Jesus Christus und mit ihm, durch ihn und in ihm an die Gottes- und Nächstenliebe. Daraus wird Fröhlichkeit und Freundlichkeit als Grundstimmung, Verhalten und Ausstrahlung.
Liebe Schwestern und Brüder! Lieber Herr Pfarrer Wild! 1. Die Bergpredigt, aus der wir heute wieder ein Stück als Evangelium gehört haben, ist das Grundgesetz des christlichen Lebens. Sie nennt die Grundpfeiler oder Fundamente, auf denen das Leben jedes Christen ruhen muss und aufgebaut werden soll. Jesus will mit der Bergpredigt noch mehr Menschen erreichen als die Erste Lesung aus dem Buch Levitikus! Während sie sich nur an die Juden richtet, intendiert ER, dass alle Menschen aller Welt und aller Zeiten die Lebensart der Bergpredigt annehmen. Jesus wendet sich nicht mehr nur an die „Gemeinde der Israeliten“, sondern an alle Welt. 2. Die Forderungen der Bergpredigt erschrecken manche. Tatsächlich: Sie sind kein Honigschlecken, sondern zum Teil starker Tobak. Die linke Wange soll man hinhalten, wenn man schon (ungerechtfertigterweise) eine auf die rechte bekommen hat; dem, der einem das Hemd wegnehmen will, soll man auch noch den Mantel geben. Wer kann das schon? Letzten Sonntag wurden im Evangelium – ebenfalls aus der Bergpredigt – ähnliche Forderungen erhoben: Niemandem zürnen, keinen Dummkopf oder gottlosen Narr nennen, sich mit jedem versöhnen, egal was war. In der Bergpredigt wird nicht Friede, Freude, Eierkuchen angesagt. Auch heißt es dort nicht wie im Faschingsschlager: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel.“ Jesus geht zur Sache! Seine Forderungen sind krass, die Vergleiche und Bilder aufrüttelnd. Man muss sie nicht wörtlich nehmen, aber ernst!
Liebe Schwestern und Brüder! 1. Der Welttag der Kranken ist mir ein besonderes Anliegen. Jedes Jahr begehe ich ihn in einem Krankenhaus oder einem Altenheim in unserer Erzdiözese. In diesem Jahr bin ich heute Abend hier im Klinikum Bamberg und morgen im Seniorenheim Jakobus-von-Hauck-Stift Nürnberg. Der Welttag der Kranken wird in diesem Jahr zum 25. Mal begangen. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat ihn 1992 eingeführt. Er wird am 11. Februar gefeiert, weil an diesem Tag im Jahr 1868 die Muttergottes Bernadette Soubirous erschienen ist. Lourdes ist der Wallfahrtsort der Kranken. Dieser Gedenktag soll deutlich machen, dass jeder Christ und die ganze Kirche sich in der Nachfolge Jesu der Kranken und ihrer Angehörigen annehmen müssen. Er weist auch darauf hin, dass wir Krankheit, Alter und Tod nicht ausklammern oder totschweigen dürfen; sie gehören zum Leben dazu. Wenn sie angenommen werden - realistisch und gläubig - können sie Sinn und Bedeutung für ein gutes Leben haben. Das hat Jesus uns gelehrt und vorgelebt. 2. In diesem Jahr hören wir am Welttag der Kranken eine Lesung aus dem ersten Korintherbrief. Sie fordert auf, „weise zu sein“ (vgl. 1 Kor 2,6-10). Weisheit in der Bibel meint nicht, klug oder gerissen in dieser Welt zu agieren, um reich und mächtig zu werden. Sie befähigt und trachtet vielmehr danach, Gott zu erkennen, seinen Willen und seine Liebe.
Liebe Schwestern und Brüder! 1. Sie haben sich heute mit dem Thema Versöhnung beschäftigt im Zusammenhang mit dem Gottesdienst „healing of memories“, der im Rahmen des Reformationsgedenkjahres 2017 zentral in Hildesheim und in allen deutschen Diözesen mit den evangelischen Landeskirchen gefeiert wird. Dazu möchte ich zwei Anmerkungen machen, bevor ich dann auf die Lesung aus dem Titusbrief, die wir eben gehört haben, eingehe. 1.1 Versöhnung ist ein Dauerauftrag, der kein Verfallsdatum kennt. Versöhnung muss geschehen bis zur Vollendung der Welt im neuen Himmel und in der neuen Erde; dann werden auch die Menschen endgültig das neue Herz empfangen, das nicht mehr aus Stein, sondern aus Fleisch ist, wie es in der Prophetie des Ezechiel angekündigt ist (vgl. Ez 36,26). Für uns Menschen muss gelten, bei Versöhnung ‚nie aufhören anzufangen und nie anfangen aufzuhören‘.
Liebe Schwestern und Brüder des Seelsorgebereichs „Bernhard Lichtenberg“ Hof, liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, Schwestern und Brüder! 1. Zum neuen Pfarrzentrum „Bernhard Lichtenberg“ gratuliere ich Ihnen ganz herzlich; sehr gern feiere ich die Einweihung mit Ihnen. Vielen Dank allen, die sich für den Bau engagiert und eingesetzt haben. Ich danke dem Seelsorgeteam, vor allem Pfarrer Wiedow und Pfarrer Fiedler, den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten. Vielen Dank der Architektin und allen Handwerkern. 2. Mit dem Pfarrzentrum ist auch eine Neustrukturierung der katholischen Gemeinden, der Seelsorge und Pfarrarbeit in ganz Hof verbunden. Die Neustrukturierung und Konzentration ist den veränderten Gegebenheiten in der Kirche, aber auch der Gesellschaft in Deutschland, geschuldet. Das ist aber kein Abbau! So dürfen wir die Veränderungen nicht missverstehen, sondern ein „Sich-neu-aufstellen“, hinter dem der feste Wille steht, die Kirche in der Gesellschaft und für die Gesellschaft, letztlich für die Menschen, deren Wohl und Heil zukunftsfähig zu machen und präsent zu halten.
Liebe Schwestern und Brüder aus Coburg, ganz besonders liebe Ordenschristen! 1. Mariä Lichtmess, Darstellung des Herrn im Tempel, ein wichtiger Festtag im Kirchenjahr für alle Christen. Es ist ein Fest der Erinnerung an Weihnachten und will noch einmal die Weihnachtsfreude wecken, damit sie dann das ganze Jahr anhält: Gott wurde Mensch; das wahre Licht ist in die Welt gekommen; wir Menschen und die ganze Schöpfung sind erlöst; Gott ist mit uns und wir dürfen mit Jesus Christus himmelwärts gehen – das ist die Weihnachtsbotschaft. Von Simeon und Hanna wird Jesus Christus, das Kind, das von Maria und Josef zum Tempel gebracht wird, erkannt, und sie bezeugen ihn als ‚Licht der Völker und Herrlichkeit für sein Volk Israel‘ (vgl. Lk 2,32). Diese Botschaft des heutigen Tages hat die Christenheit von Anfang an froh gemacht: Mit Kerzenweihe und Lichterprozession sowie feierlicher Eucharistie hat sie diesen Tag begangen. 2. Das Fest „Darstellung des Herrn“ wurde und wird auch immer als Tag des geweihten Lebens gefeiert, zuerst für alle getauften Christen. Alle Christen sind heute aufgerufen, sich Christus neu zu weihen. Weihen bedeutet: sich fest und treu an Jesus binden und aus seinem Geist in Ehe und Familie, Beruf und Alltag, Freizeit und Politik leben.